Hilfe, die Miete kommt nicht!

Steigende Lebenshaltungskosten führen dazu, dass vielerorts das Mietausfallrisiko steigt. Vermieter wiederum gelangen schnell in finanzielle Nöte, wenn die Miete nicht rechtzeitig gezahlt wird. Wie Sie sich davor schützen können!

In Deutschland steigen nicht nur die Preise für Lebensmittel, sondern auch die Strom- und Heizkosten sowie die Mieten, was zu einer finanziellen Belastung für viele Haushalte führt. Nach Angaben aus einer aktuellen Studie müssen durchschnittliche Haushalte mehr als ein Viertel ihres Nettoeinkommens für die Miete aufwenden, während es bei einkommensschwachen Haushalten sogar bis zu 40 Prozent sind. Das trifft mehr als drei Millionen Haushalte oder etwa 16 Prozent aller Mieter in Deutschland.

Dies kann auch für Vermieter zu einem Problem werden, da sie befürchten müssen, dass ihre Mieter nicht mehr in der Lage sein werden, die Miete zu bezahlen. Fast zwei Drittel der Wohneinheiten in Deutschland sind im Besitz von Privatpersonen, die oft nur über einen geringen Wohnungsbestand verfügen und von den Mieteinnahmen abhängig sind. Mietrückstände können daher schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar zu einer Gefährdung der Immobilienfinanzierung führen, da die Kredite der Vermieter oft an den Mieteinnahmen gekoppelt sind.

Welche Möglichkeiten habe ich als Vermieter mich zu schützen? Was mache ich, wenn die Miete auf dem Konto fehlt? Wie muss ich dann reagieren und wie stelle ich fest, ob das ein einmaliges Versehen war oder doch schwerwiegendere Gründe für die Nichtzahlung vorliegen? Von ersten präventiven Maßnahmen bis hin zur Räumung der Wohnung, hier ist Ihr Notfallplan für den Fall der Fälle:

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Um das Risiko von Mietrückständen von Anfang an so gering wie möglich zu halten, sollten Vermieter potenzielle Mieter vor Vertragsabschluss gründlich prüfen. Denn wenn erst einmal ein säumiger Mieter in der Wohnung ist, kann es Monate dauern, ihn wieder herauszubekommen. Zunächst muss ein Räumungsurteil gegen den Mieter erwirkt werden, das gegebenenfalls sogar durch einen Gerichtsvollzieher durchgesetzt werden muss. Erst dann kann die Wohnung neu vermietet werden. Dies kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld, das besser in andere Dinge investiert werden könnte.

Eine Selbstauskunft des potenziellen Mieters, in der er seine Beschäftigung und Einkommensverhältnisse offenlegt, ist daher die erste Sicherheitsvorkehrung und sollte in jedem Fall angefordert werden. Darüber hinaus ist es mittlerweile üblich, eine Schufa-Selbstauskunft und einen Nachweis der letzten drei Monatsgehälter zu verlangen. Obwohl die Abfrage einer Schufa-Auskunft rechtlich heikel sein kann, ist dies in der Praxis so verbreitet, dass die meisten Mieter dies akzeptieren.

Um sicherzustellen, dass der Interessent nicht unter falschem Namen einzieht, ist es auch wichtig, sich ein Ausweisdokument vorlegen zu lassen. Eine zusätzliche Absicherung kann eine Mietfreiheitsbescheinigung des vorherigen Vermieters bieten. Hierbei lässt sich erkennen, ob der Mieter stets pünktlich und vollständig seinen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist.

Betrüger frühzeitig erkennen

Die Prüfung der Bonität von Mietern ist ein wichtiger Schritt, um Zahlungsausfälle zu vermeiden. Leider können diese Instrumente auch gefälscht werden, was bei Mietnomaden häufig vorkommt. Mietnomaden sind Menschen, die absichtlich von Wohnung zu Wohnung ziehen, ohne Miete oder Nebenkosten zu bezahlen. Im Gegensatz zu Mietern, die aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder hohen Lebenshaltungskosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten, haben Mietnomaden von Anfang an keine Absicht, ihre Miete zu bezahlen. Sie geben sich oft als perfekte Mieter aus, indem sie seriös wirkende Kleidung und schicke Jobtitel tragen. Obwohl es keine zuverlässigen Statistiken zur Anzahl der Mietnomaden gibt, haben Studien wie die der Universität Bielefeld gezeigt, dass es tatsächlich Mietnomaden gibt, die erheblichen finanziellen Schaden anrichten können. Um sich gegen Mietnomaden zu schützen, sollten Vermieter überlegen, Bonitätsprüfungen durchzuführen, die über eine reine Schufa-Auskunft hinausgehen.

Neben den üblichen Bonitätsprüfungsinstrumenten wie Schufa-Auskunft, Mietfreiheitsbescheinigung und Gehaltsabrechnungen können Vermieter auch in Mieterauskunfteien wie der Deutschen Mieter Datenbank (DEMDA) oder der Vermieterschutzkartei (VSK) nach weiteren Informationen über potenzielle Mieter suchen. Diese Datenbanken bieten nicht nur harte Negativmerkmale wie Kreditinformationen, sondern auch mittlere und weiche Negativmerkmale wie beispielsweise Inkassoverfahren, was zu höheren Trefferquoten führen kann.

Allerdings sollten Vermieter sich von kostenlosen Listen angeblicher Mietnomaden im Internet fernhalten, da sie aus datenschutzrechtlichen Gründen in Deutschland illegal sind und leicht missbraucht werden können.

Ein weiterer nützlicher Schutz gegen Mietnomaden ist die Forderung einer Kaution, da sie oft nicht bereit oder in der Lage sind, diese zu bezahlen. Vermieter sollten daher den Wohnungsschlüssel erst aushändigen, wenn die Kaution vollständig beglichen wurde.