Der Abschwung am Immobilienmarkt trifft die Makler hart

Seit Beginn der Zinswende müssen Wohnungsvermittler mit sinkenden Einnahmen und neuen Konkurrenten kämpfen. Speziell eine Sorte Makler muss sich besonders Sorgen machen.

Die Verunsicherung am Immobilienmarkt ist mittlerweile deutlich spürbar und kann förmlich gegriffen werden. Speziell die Makler merken, dass deutlich mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, um gelassene Käufer zum Kaufabschluss zu bewegen. Besagte Käufer verspüren kaum mehr einen Druck durch Konkurrenz und können sich deutlich mehr Zeit nehmen, um eine Kaufentscheidung zu treffen, da auch die Zahl der allgemeinen Bewerber deutlich gesunken ist. Bei Preisen, die deutlich über dem Marktwert liegen, kommt es zum Stillstand und ausbleibender Nachfrage. Daher empfiehlt es sich, die Immobilie durch einen Profi bewerten zu lassen.

Die Trendwende am deutschen Immobilienmarkt hat bei vielen Vermittlern Sorgen um ihre Zukunft ausgelöst, da das lange boomende Geschäft plötzlich ins Stocken geraten ist. Die alten Gesetzmäßigkeiten gelten nicht mehr, da die Preise auf einmal fallen. Jahrelang kannte der Immobilienmarkt nur eine Richtung: aufwärts. Gerade in begehrten Lagen der Metropolen spielte der Preis kaum eine Rolle, denn die Quadratmeterpreise stiegen jedes Jahr um sechs, acht, zehn Prozent und mehr. Mit den Preisen stiegen auch die Einnahmen der Makler, da sie von Käufern und Verkäufern eine Courtage erhielten. Doch nun trudeln mit den sinkenden Preisen auch die Erträge der Vermittler in die Tiefe, da die Courtage der größte Teil der Nebenkosten nach der Grunderwerbsteuer des Staates ist und in manchen Bundesländern bis zu 7,14 Prozent der Kaufsumme beträgt.

Hohe Vermittlungspreise bei Immobilien

Es scheint, dass der deutsche Immobilienmarkt momentan unter einer Zurückhaltung der Käufer leidet, da die Finanzierung von Immobilienkäufen durch die Zinswende verteuert wurde. Dies hat zu einem Rückgang der Transaktionen und zu einem großen Problem für Makler geführt, die auf die Vermittlung von Immobilien angewiesen sind, um ihre Courtage zu verdienen. Die Experten sagen voraus, dass die Zurückhaltung der Käufer sich im ersten Halbjahr 2023 fortsetzen wird, aber schrittweise abgebaut wird. Es gibt jedoch einige Fachleute, die erst im Jahr 2024 eine nachhaltige Wende sehen. Die Tatsache, dass der weltweit größte Immobilienmakler Keller Williams jetzt auf dem deutschen Markt tätig werden will, könnte den Wettbewerb auf dem Markt verschärfen und für viele Makler möglicherweise zu eng werden.

Die Herausforderung steigt

Mehrere Hybridmakler haben die Digitalisierung der Immobilienbranche vorangetrieben und leiden nun unter den Auswirkungen. Homeday und McMakler haben in den letzten Monaten bereits Personal reduziert – Homeday um etwa 30 Prozent und McMakler um etwas weniger als 20 Prozent. Kleine Selbstständige, die oft mit ein paar Freiberuflern arbeiten und nicht auf große Umsätze kommen, könnten indessen ebenfalls in Schwierigkeiten geraten. Der schwierige Immobilienmarkt sortiert Vermittler stärker als zuvor aus, da ein Verkauf nicht mehr so einfach ist wie in den letzten Jahren und viele Interessenten lieber abwarten.

Gewinne für Makler schrumpfen

In Deutschland kann jeder mit einem Gewerbeschein als Immobilienmakler arbeiten, unabhängig von seiner Qualifikation. In der Vergangenheit reichte es aus, einige Immobilien pro Jahr zu vermitteln, um einen ansehnlichen Gewinn zu erzielen. Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Einige Unternehmen können versuchen, sich verstärkt auf die Vermittlung von Mietwohnungen zu konzentrieren, die immer noch sehr gefragt sind. Allerdings wird das Vermietungsgeschäft allein die Umsatzverluste nicht ausgleichen können. Die Provisionen für die Vermittlung von Kaufimmobilien waren in der Vergangenheit oft fünfstellige Summen pro Objekt, während bei Vermietungen in der Regel nur 1,5 bis zwei Nettokaltmieten als Provision anfallen. Inzwischen haben wir es mit einem Käufermarkt zu tun, bei dem Käufer gesetzlich weniger Provision zahlen müssen als Verkäufer. Das könnte dazu führen, dass die Provisionen für Immobilienmakler unter Druck geraten.

Marketingausgaben steigen

Makler haben es derzeit schwer, ihr Geld zu verdienen. Die Interessen von Käufern und Verkäufern liegen oft weit auseinander und es ist schwierig, die richtige Balance zwischen beiden zu finden. Im Gegensatz zu früher, als Eigentümer gerne auf die Hilfe von Maklern verzichteten, suchen sie jetzt vermehrt nach Unterstützung. Die Herausforderung für Makler besteht nun darin, Käufer zu gewinnen und eine enge Bindung zu ihnen aufzubauen, indem sie ihnen mehrere Objekte anbieten und Zweitbesichtigungen organisieren. Dies erfordert mehr Ressourcen wie Personal und Marketing, was zu höheren Kosten für die Makler führt.

Immobilienmarkt bleibt lukrativ

Eine Bestätigung, dass der deutsche Immobilienmarkt trotz der aktuellen Herausforderungen weiterhin attraktiv ist, ergibt sich aus dem weiterhin stark umkämpften Markt. Allerdings sind die goldenen Zeiten der Branche vorbei, was bedeutet, dass es schwieriger geworden ist, Geld zu verdienen. Die Makler müssen inzwischen damit rechnen, dass Immobilien länger am Markt bleiben werden als zuvor. Während es früher oft nur zwei Wochen bis zwei Monate dauerte, bis eine Immobilie verkauft war, wird es in Zukunft wahrscheinlich sechs bis zwölf Monate dauern. Trotzdem besteht nach wie vor die Möglichkeit, im Immobiliengeschäft erfolgreich zu sein.